Enthält Tipps, wie man einen Tisch bekommt, und eine empfehlenswerte Unterkunft an der Costa Brava

Unser Besuch im El Celler de Can Roca: alle Gänge des Degustationsmenüs, ausgewählte Weine und Tipps zur Reservierung.

Es gibt sicher schon unzählige Artikel und Rezensionen von Profis über das El Celler de Can Roca. Aber da sich 2026 die Eröffnung des Restaurants zum 40. Mal jährt, wollte ich unbedingt auch meine persönliche Erfahrung in unserem Costa‑Brava‑ und Roses‑Guide teilen, den wir in unserem Blog für die Ferienwohnungen Casdanna Roses.

El Celler de Can Roca

El Celler de Can Roca zu besuchen heißt, in eine Küche einzutauchen, die Innovation und Technik mit absolutem Respekt für das Produkt verbindet.

Die Küche nimmt dich mit auf eine lange Reise durch Aromen, Texturen und Kontraste, die nie enttäuscht – ein kulinarisch‑sensorischer Trip, bei dem Spaß und Überraschung die wichtigsten Begleiter sind.

Kurz & knapp: Reservierung, Preis, Adresse und Dauer

  • Veröffentlichungsdatum: Februar 2026
  • Adresse: Carrer de Can Sunyer, 48, 17007 Girona
  • Anreise: Anfahrt mit dem Auto
  • Parken: Parkplätze vor Ort verfügbar
  • Übliche Dauer: ca. 4 Stunden (wir waren 6 Stunden dort 😋)
  • Dresscode: Es gibt nichts Offizielles – gepflegt, aber entspannt (keine Shorts oder Sandalen 😉)
  • Aktueller Preis: 315 € pro Person – Menü „Festival“ (einzige Option) – optionales Wine Pairing für 155 €
  • Reservierungssystem: Reservierungen

Wie bekommt man einen Tisch in El Celler? (Praktische Tipps)

Einen Tisch in einem Restaurant mit einer solchen Erfolgsbilanz zu bekommen, ist nicht einfach – ein paar Beispiele:

Das Reservierungssystem erlaubt Reservierungen nur bis ein Jahr im Voraus. Dafür muss man Anfang jedes Monats auf die Website gehen und sein Glück versuchen. Nachdem wir es lange Zeit immer wieder probiert hatten, kam die Überraschung in Form einer E‑Mail: Wir konnten eine Stornierung übernehmen und das Restaurant besuchen. (Tipp: Es lohnt sich sehr, sich auf die Warteliste setzen zu lassen).

An einem Samstag im November, zum Mittagservice, kamen wir um 13:15 Uhr an – und ehe wir uns versahen, verbrachten wir sechs Stunden! damit, jedes Detail zu genießen.

Wo befindet sich das El Celler de Can Roca?

Der heutige Standort des Restaurants stammt aus dem Jahr 2007: Damals zog das Restaurant in die Torre de Can Roca ein – ein ehemaliges modernistisches Herrenhaus (Can Sunyer), das so umgebaut wurde, dass 200 m² Küche, 200 m² Weinkeller, 200 m² Speisesaal und 60 m² Empfangsbereich sowie ein Innenhof und ein Außengarten einen perfekten Rahmen für die Gäste bilden.

Ferienwohnungen an der Costa Brava

Casdanna Roses

Der ideale Ausgangspunkt für einen Besuch im El Celler de Can Roca

Preise und Menü „Festival“: Was ist enthalten – und wie lange dauert das Erlebnis?

Das Menü „Festival“ ist die einzige Option im Celler: Aperitifs + 12 Gänge + 3 Desserts für 315 € pro Person. À la carte ist nicht möglich – aber gerade in solchen Restaurants ergibt ein Degustationsmenü absolut Sinn, um die gesamte Idee der Roca‑Brüder kennenzulernen und zu genießen.

Es gibt eine „Standard“-Version, die fast immer saisonal angepasst und ergänzt wird – so auch bei uns.

Festival‑Menü im El Celler de Can Roca

Menü „Festival“ (Standard)

Festival‑Menü im El Celler de Can Roca – saisonal angepasst

Das saisonale „Festival“-Menü, das wir bekommen haben

Die Weine und der Keller des Celler – das Reich von Josep „Pitu“ Roca

Die Weinkarte ist riesig: In 38 Jahren hat Josep Roca über 80.000 Flaschen gesammelt, die in einem externen Weinkeller an einem anderen Standort der Familiengruppe gelagert werden.

Index spanischer Weinreferenzen

Weinkarte des El Celler de Can Roca: Index der spanischen D.O.

Auswahl regionaler Weine (D.O. Empordà)

Weinliste der Denominación de Origen Empordà aus der Weinkarte des El Celler de Can Roca

So verlockend das Pairing auch war: Wir haben uns wegen des Preises (155 € pro Person) dagegen entschieden.
Stattdessen bestellten wir zwei Weine als kleines, ganz unkompliziertes „Mini‑Pairing“ und ließen uns von einem der Sommeliers beraten. Wir nannten ihm unser Budget (wichtig) und sagten, dass wir Weine aus der Region – oder zumindest aus Katalonien – suchten; am Ende empfahl er uns zwei Weine

Der Rotwein

Venus 2019
D.O. Montsant aus Tarragona, ein Bio‑Wein aus typischen Rebsorten der Gegend – Garnacha und Cariñena – mit einem kleinen Anteil Syrah.
La  bodega “Venus La Universal” está en manos de segundas generaciones de viticultores relevantes del Priorat. Nos gustó mucho.

Weißwein

Der Weißwein

Blanc de Gresa 2022
D.O. Empordà, mit Varianten derselben autochthonen Rebsorten der Region – Garnacha und Cariñena – und 8 Monaten in französischer Eiche. Weich, leicht und nicht übermäßig aromatisch – er passte hervorragend zu mehreren Gängen. Das Projekt (Vinyes d’Olivardots) ist sehr spannend: ein kleines Mutter‑Tochter‑Weingut mit biodynamischem Anbau und starkem Nachhaltigkeitsfokus – absolut empfehlenswert.

Gang für Gang durchs Menü

Wie schon in der Einführung: Ein Besuch im El Celler de Can Roca ist nicht einfach nur Essen gehen – es ist ein Eintauchen in eine gastronomische Idee, die technische Präzision, Geschmackserinnerung und Kreativität verbindet und zwischen Konzept und Emotion pendelt.

Aperitifs

Die ersten Häppchen sind ein sehr persönliches Statement von Joan, Josep und Jordi:

Consommé der drei Gesichter (2024)

Drei Brühen – in einem einzigen Gefäß serviert, in Schichten, die die Flüssigkeiten perfekt getrennt halten – und die dank der Rillen der Schale die Silhouetten der drei Brüder entstehen lassen.

Essenzielle Rinderbrühe vom Holzkohlegrill (Joan), tief und mit rauchigen Noten.

Essenzielle Rinderbrühe vom Holzkohlegrill (Joan)

Pilzbrühe mit Amontillado (Josep), – mit Umami‑Nuancen und einem feinen Hauch von Sherry.

Pilzbrühe mit Amontillado (Josep)

Aufguss aus Kakaonibs (Jordi), bitter und geröstet.

Aufguss aus Kakaonibs (Jordi)

Gedämpfte Steinpilz‑Brioche (2009), fluffig mit intensivem Steinpilzaroma.

Gedämpfte Steinpilz‑Brioche

Eisgekühltes Steinpilz‑Sandwich (2022), – das zweite Häppchen mit der „Königin“ der Pilze, ein spannender Kontrast aus Temperatur und Textur.

Eisgekühltes Steinpilz‑Sandwich

Danach kam das vermutlich emotionalste Gericht der Rocas, mit einer Inszenierung, die die Entwicklung ihrer Küche erzählt und zugleich eine Hommage an ihre Mutter ist: eine Zeitlinie ihrer ikonischsten Rezepte, als Tapas auf einem Stein serviert – auf einem echten, physischen „Felsen“.

Tapas‑Sequenz (auf dem „Felsen“)
Tapas‑Sequenz (Detail)
  • Madeleine vom Brathähnchen (2022)
  • Cannelloni von der Poularde (2001)
  • Tintenfisch à la romana (Version 2023)
  • Vegetarisches „Mar i Muntanya“ (2018)
  • Schweinefüßchen mit Seegurken (2018)
  • Olivada (2018)
  • Olivenbonsai mit gefrorenen Oliven (2008)

Olivada: Aloreña, Cordobesa, Cornicabra, Kalamata und Verdial mit Piparra (2018)
Sphärifizierungen, die Geschmack und Charakter der verschiedenen Öle und spanischen Oliven konzentrieren. Dazu wurde – passend zum nächsten Gang – der Bonsai serviert.

Olivenbonsai mit gefrorenen Oliven (2008)
Das Lächeln – ein unverzichtbares Element bei den Rocas. Die gefrorenen „Oliven“ (wir bleiben bei den Sphärifizierungen) hängen an einem kleinen Bäumchen. Beim Reinbeißen treffen Temperatur und die flüssige Explosion im Mund frontal aufeinander. Mehr als ein Gericht: ein visuelles und geschmackliches Spiel.

Olivenbonsai mit gefrorenen Oliven
Olivada / Detail

Gedämpfter Langostino mit Manzanilla (2022): eine Hommage an das Produkt – relativ schlicht zubereitet, aber die Süße des Krustentiers und das Aroma des andalusischen Weins passen wunderbar zusammen.

Gedämpfter Langostino mit Manzanilla

Die nächsten drei Happen wurden gemeinsam auf einem organisch verzweigten Metall‑Podest serviert:

  • Sepia‑Parmentier (2000)
  • Entenmuschel in Escabeche mit Albariño‑Schaum (2013)
  • Auster mit Palo Cortado, Sauce von kleinem Wild und Trüffel (2012)
Auster mit Palo Cortado

Foie‑Nougat mit Kakao (2005): Foie gras, kombiniert mit Pedro Ximénez, Sojasprossen und Kakao – ein Spiel zwischen süß und salzig.

Foie‑Nougat mit Kakao

Erste Gänge

Ein weiterer sehr lustiger Moment: Es kommt eine Kugel mit Überraschung. Beim Öffnen erscheint auf der einen Hälfte Rote‑Bete‑Apfel‑Sorbet, Grapefruit‑Schaum, Zucchini in Salzkruste und Kohlrabi; auf der anderen Pastinaken‑Pilz‑Püree, Grapefruit‑Reduktion, eingelegter Blumenkohl und Schalotte. Und übrigens: Die Kugel selbst ist ebenfalls essbar.


Auberginen‑Katsuobushi: Die Aubergine, die wie Tonkabohne aussieht, wird über eine Zubereitung aus Aubergine, Erdnuss‑Tamarinden‑Sauce, Fenchel‑Miso und Zitrusgel gerieben.

Auberginen‑Katsuobushi (1)
Auberginen‑Katsuobushi (2)

Pilz‑Sequenz

  • Kaiserling mit Parmesan
  • Konfierter Reizker mit Pinienkern und Piquillo
  • Totentrompeten mit Vino rancio
  • Pfifferling mit Fricandó vom Markknochen
  • Klapperschwamm mit Kastanien‑„Teppich“
  • Llanega in Blanqueta und Schweinefüßen
  • Ochsenzungenpilz mit Jerez
  • Eingelegter Kiefern‑Pfifferling mit Fenchel

Eine Besonderheit bei Can Roca ist, dass sie sich am besten verfügbaren Produkt der Saison orientieren. Bei uns – es war Herbst – durfte eine sehr spannende Pilzauswahl natürlich nicht fehlen.

Pilz‑Sequenz (Bild)

Fischgänge

Wie zu erwarten, spielen Fischgerichte im Celler eine besondere Rolle – nicht nur wegen der unbestreitbaren Qualität der regionalen Produkte, sondern auch wegen der Bedeutung der Fischerei in den Genen und Traditionen der Menschen an der Costa Brava.

Muscheln in Escabeche, Kartoffelpüree und Tarí, Kaviar von eingelegter Aubergine, Cantaloupe‑Melone, Bottarga, Piparra‑Samen, Korianderpüree, Safran‑Aioli, Rotalge, Meerestraubenalge, Essiggelatine und Zitronenabrieb.

Eines unserer Lieblingsgerichte: Die Kombination aus Muscheln, sphärifiziertem Kaviar und Frucht war großartig. Die Alge hatte eine intensive Note, die sich perfekt mit den übrigen Zutaten verband.

Muscheln in Escabeche

Rasiermesser‑Eintopf mit Kichererbsen‑„Migas“, Rasiermesser‑Pilpil und Nuancen von eingelegtem Apfel und Schalotte.

Rasiermesser‑Eintopf

Marinierte Palamós‑Gamba, mit Mandel‑Velouté und Reisessig.

Wieder ein fantastischer Gang – ganz auf hochwertiges lokales Produkt gesetzt, in diesem Fall so ikonisch wie die rote Palamós‑Gamba – unglaublich gut.


Lauch‑ und Kabeljau‑Pilpil, mit Lauchfond und Kabeljauhaut.

Lauch‑ und Kabeljau‑Pilpil

Suquet vom Fisch des Tages, mit Grätenjus, Orange, Kapern und Pinienkern.

Bei uns war der Fisch des Tages ein kleiner Cap Roig (Drachenkopf), begleitet von einer intensiven, sämigen Brühe – extrem aromatisch. Der Fisch war innen einen Hauch zu wenig gegart (und ich mag ihn wirklich gern glasig), aber sie haben ihn sofort noch einmal kurz auf die Plancha gegeben – alles perfekt.

Cap Roig / Drachenkopf

Muräne „Mimosa“, mit Brandade, marinierten Chips, Mojo rojo und Muränen‑Demiglace. (Ein Fisch, der außerhalb der Kanaren eher selten ist – zumindest habe ich ihn sonst noch nie probiert.)

Muräne „Mimosa“

Kaisergranat mit Poularden‑Parfait, eine Variante des katalanischen Klassikers „Mar i Muntanya“.

Kaisergranat mit Poularden‑Parfait

Fleischgänge

Noch ein Trompe‑l’œil, oder besser: ein Beispiel dafür, wie hier Fantasie auf Objekte und „Werkzeuge“ angewendet wird – in diesem Fall ein in zwei Hälften geteiltes „Teller“-Objekt, in jeder Hälfte ein Bissen Fleisch. Die Taube war hervorragend: intensiv, tief, genau wie ich es mag.

  • Taube mit Oliven, Brombeeren und Sardellen
  • „Xuixo“ mit Entenragout
Fleischgang (Taube / Xuixo)

Das „Jordi‑Roca‑Universum“: Desserts und das finale Überraschungs‑Finale

Und dann war es Zeit für all die Wunder, die Fantasie – und ja, diesen kleinen Wahnsinn –, die die Kreationen des „Enfant terrible“ Jordi, dem jüngsten der Roca‑Brüder, ausmachen

Dividido en dos actos, el primero con un título tan sugerente como la Magdalena de Proust, esa referencia clásica literaria en la que el protagonista de “En busca del tiempo perdido” nos recuerda cómo los sentidos, en especial el del olfato, evocan un recuerdo de manera vívida und te transportan a un momento que parecía olvidado. 

Die Madeleine de Proust

Küsse aus Grapefruitschale: – Rosenwasser, Szechuanpfeffer, Vanille und Bergamotte, mit floralen und zitrischen Noten.

Küsse aus Grapefruitschale

An dieser Stelle wird die spielerisch‑verspielte Seite der Roca‑Brüder besonders deutlich, mit einem Trompe‑l’œil in Lippenform – umgesetzt mit einer technischen Präzision, die nur wenige Köche beherrschen.


Mandarine, Eukalyptus und Eigelb: – Mandarinencreme, Eukalyptus‑Sorbet und gebrannte „pasta bomba“.

Mandarine, Eukalyptus und Eigelb

Weiter geht’s mit dem Spiel! Bei diesem Gang gibt man ein paar Tropfen einer (magischen) Flüssigkeit auf den Handrücken und leckt sie ab, um – immer nach Anweisung des Service – richtig mit den übrigen Komponenten zu kombinieren.


Topinambur und Steinpilz: ein Dessert mit Sonnenblumenkern‑Creme, Topinambur‑Ragout, Sonnenblumenkern‑Praliné und Steinpilz‑Eis.

Und mit dem Topinambur – auch Jerusalem‑Artischocke genannt, ein echtes „Allround“-Lebensmittel und Lieblingszutat der Rocas (auch in Joans herzhaften Gängen) – endet der erste Akt der Desserts.

Kakao‑Festival

Eine herrlich überdrehte (und grenzenlose – all you can eat) Version des klassischen französischen Dessertwagens, des Petit Four: ein Riesenrad, an dem man sich nach Belieben mit Süßem, Schokolade, Pralinen usw. bedienen kann. Falls man wider Erwarten noch nicht satt ist (eher unwahrscheinlich), ist jetzt der Moment.

Zum Schluss – davon gibt es bei uns keine Fotos oder Videos – wartet noch ein finales Erlebnis als krönender Abschluss: Die Gäste werden mithilfe von Technologie in andere Szenarien versetzt, reale physische Ebenen wechseln sich mit imaginären ab – ein „transmedialer“ Moment. Mehr verrate ich nicht, um nichts zu spoilern, damit alle, die hingehen, es so erleben können wie wir.

Lohnt es sich?

Auf jeden Fall.
Die Küche des Celler de Can Roca bietet nicht nur eine makellose technische Umsetzung, sondern sprüht vor Kreativität und Einfallsreichtum – und vor allem: Sie kann berühren und begeistern.

Kurz gesagt: Eine gastronomische Erfahrung, die ich mindestens einmal im Leben empfehle.

EMPFOHLENE UNTERKUNFT

Planst du einen Besuch im El Celler de Can Roca und suchst die perfekte Unterkunft?

Wenn du dir dieses Erlebnis gönnst und eine Unterkunft brauchst, freuen wir uns, dich in unseren Ferienwohnungen Casdanna Roses willkommen zu heißen.

Wir liegen in einer idealen Lage, um die kulinarische und landschaftliche Vielfalt des Empordà zu entdecken.

Mach deinen Celler‑Besuch zum Start in einen unvergesslichen Urlaub an der Costa Brava!

Cala Canyelles Petites – Roses